Wow. Ich bin hin und weg, könnte tanzen und springen, durch die Gegend rennen und laut schreien. Ja, es geht mir gut. So gut, wie glaube ich schon lange nicht mehr. Das hat nichts damit zu tun, dass Katrin den größten Teil der Woche in Kassel ist. Im Gegenteil, wäre sie hier, ginge es mir noch besser. Aber ich will nicht klagen.
Warum bin ich so gut drauf?
Das hat damit zu tun, was gerade alles passiert und schon in den letzten Jahren passiert ist. Ich meine, Gottes Weg mit mir. Irre, was da alles geschieht. Ich fang mal klein an.
Vor einigen Jahren, nach dem Abi, wusst ich nicht so genau, was ich denn machen soll. Studium? Keine Lust. Ausbildung? Keine Lust. Und dann ein kleines Gespräch in der S-Bahn, auf dem Weg zur Schule. FSJ – Freiwilliges Soziales Jahr. Ein eher zufälliges Gespräch mit einer Freundin, die sich schon öfter Gedanken darüber gemacht hat, was sie denn nach der Schule machen soll. Sie brachte mir die Unterlagen mit, der Kirchberghof in Warburg, mehr als 450km von zuhause entfernt, fiel mir ins Auge. Angerufen, Termin, Vorstellung. Angenommen.
Während des Jahres die Frage nach dem danach. Gespräch mit Kollegen – CVJM-Kolleg. Das Infowochenende, Pflicht für die Annahme am Kolleg, an einem Wochenende, wo der Kirchberghof voll mit Menschen sein sollte. Volle Belegung, kein FSJler abkömmlich. Ich sag jetzt nicht, dass drei der vier FSJler die Freigabe bekommen haben…
Am CVJM-Kolleg habe ich dann recht schnell die schönste Frau des Universums kennen gelernt. Aber das ist nur eines der tollen Ereignisse am Kolleg. Indienaufenthalt, neue Freunde, sogar unsere Trauzeugen. Und die Geschichte unserer Anstellung in der Leppermühle ist auch eine kurze Erzählung wert:
Es begab sich aber zu der Zeit Im zweiten Schuljahr am Kolleg sollten wir eine Probebewerbung schreiben, im Fach Deutsch. Wir konnten aus dem Stellenordner am Kolleg frei auswählen, etwa 100 verschiedene Stellen. Katrin und ich haben unabhängig voneinander die selbe Bewerbung geschrieben. Kein Kommentar. Aber weiter. Wir nahmen uns vor, uns nach unserem Indienaufenhalt dort zu bewerben, falls es die Stellenanzeige wieder geben sollte. Natürlich gab es sie. Katrin rief dort an, es seien nur noch sehr wenige Stellen und noch sehr viele Bewerber. Trotzdem bewarben wir uns. Und wurden beide genommen.
Während des Anerkennungsjahres in der Leppermühle kam dann die Frage auf, was wir weiter machen wollten? Weiter Leppermühle? Oder klassische Jugendarbeit? Die Frage wurde erschwert durch das intensive Werben unseres Personalchefs um Katrin, der sie unbedingt halten wollte. Und eine weitere Person hatte Interesse an uns beiden. Der CVJM-Nordbund CVJM Brückenschlag Nord-West wollte uns in seinem Einzugsgebiet haben. Die Abwägung zwischen Gießen und Hamburg, sesshaftwerden und neuem Umzug stellte sich. Wir entschieden uns Kurz vor dem Abflug nach London für die Sesshaftwerdung. Ich würde schon noch was finden, vielleicht auch in der Leppermühle. Als dann während unseres Londonaufenthaltes mit dem Kurs ein Anruf vom CVJM Oberalster zu Hamburg e.V. kam, „Wir haben gehört, ihr sucht was? Wir hätten da eventuell was für euch“ kam uns erneut die Frage auf, was denn Gottes Weg mit uns ist? Will er uns herausfordern? Unsere eingerosteten Denkweisen überarbeiten? Oder hat er doch nur einen anderen Plan für uns wie wir? Die Geschichte ist schnell zu Ende erzählt. Wir haben die Jobs in Hamburg, Katrin als Leitende Sekretärin und ich als Jugendsekretär mit 80%iger Anstellung. Was will man mehr?
Als wir am letzten Wochenende in Hamburg waren zum kennen lernen und Wohnungen besichtigen, fiel uns eine schnell ins Auge. Die Wohnbaugesellschaft schien einverstanden, jedoch wollen die alle Bewohner der Wohnung vorher sehen. Da ich Montags aber wieder nach hause musste und das Büro nur unter der Woche offen hat, ging Katrin mit ihrer Schwester allein. Die Wohnbaugesellschaft monierte natürlich meine nicht vorhandene Anwesenheit. Sie wollten sich dann telefonisch bei mir melden, damit sie mich kennen lernen können. Der Anruf erfolgte nie, stattdessen ein Anruf an Katrin, wir hätten die Wohnung. Irre, oder?
Ich bin so unglaublich beschenkt, das kann ich gar nicht fassen. Ich frage mich ständig, womit ich das verdient habe? Ich bin doch nur ein normaler Mensch! Kann ich die Liebe Gottes nur nicht annehmen? Dass ER sich um MICH sorgt und ich mir deshalb keine Sorgen machen muss?
Ich bin begeistert!
stay tuned,
der_torte